Warum Sie nicht alles glauben sollten, was im Internet steht und auf Social Media gepostet wird

"Sehe ich danach völlig anders aus?" oder "Sieht man die Narben für immer?" – Um die Oberlidstraffung ranken sich viele Mythen. Dr. med. Henning von Gregory bringt Licht ins Dunkel und erklärt, warum moderne Lidchirurgie nichts mit den Schauergeschichten aus Foren zu tun hat.

Wenn PatientInnen zu mir in die Praxis am Kurfürstendamm in den Berliner Westen kommen, haben sie oft schon eine lange Reise hinter sich – eine Reise durch das Internet. Sie haben Foren gelesen, Vorher-Nachher-Bilder auf Social Media studiert und gut gemeinte Ratschläge von Bekannten erhalten.

Das Problem dabei: Neben hilfreichen Informationen kursieren hartnäckige Halbwahrheiten und Mythen über die Oberlidstraffung (Blepharoplastik). Diese Fehlinformationen schüren unnötige Ängste oder wecken völlig falsche Erwartungen.

Als Chirurg, der sich ausschließlich auf das Gesicht spezialisiert hat, möchte ich hier für Klarheit sorgen. Eine Oberlidstraffung kann ein wunderbarer chirurgischer Eingriff sein, um Frische und Vitalität sowie ein freies Gesichtsfeld zurückzugewinnen. Lassen Sie uns gemeinsam die drei größten Mythen entlarven und durch medizinische Realität ersetzen.

Mythos 1: "Nach der OP verändert sich meine Augenform und ich sehe 'gemacht' aus."

Dies ist die Ur-Angst vieler PatientInnen. Das Bild im Kopf: Ein dauerhaft überraschter Blick, runde "Puppenaugen" oder ein Gesicht, das die eigene Identität verloren hat.

Die Realität: Dieser Mythos stammt aus einer Zeit (oder von Behandlern), in der nach dem Prinzip "Viel hilft viel" operiert wurde. Wenn zu viel Haut und zu viel Fettgewebe entfernt werden, kann das Auge tatsächlich hohl wirken (A-Frame Deformität) oder zu rund erscheinen.

Dr. med. von Gregory

Bei Dr. von Gregory und seinem Team gilt jedoch eine andere Philosophie: Bewahrung der Identität, Ehrlichkeit, medizinische Moral:

ch operiere nicht, um Ihnen neue Augen zu geben. Ich operiere, um den 'Vorhang' zu entfernen, der Ihre schönen Augen verdeckt. Wir respektieren Ihre natürliche Lidfalte und Ihre individuelle Augenform. Das Ziel ist, dass Sie aussehen wie Sie selbst – nur wie nach sechs Wochen Erholungsurlaub.

 

Moderne Techniken sind gewebeschonend. Wir nehmen nur genau das weg, was zu viel ist. Ihre Mandelform, Ihr typischer Blick – all das soll erhalten bleiben. Ein gutes Ergebnis zeichnet sich durch Natürlichkeit aus, nicht durch Veränderung des Erscheinungsbildes und der Persönlichkeit.

Mythos 2: "Das ist doch nur ein kleiner Hauteingriff, das kann jeder Arzt."

Oft wird die Oberlidstraffung bagatellisiert. "Ist ja nur ein bisschen Haut wegschneiden", heißt es dann. Deswegen bieten mittlerweile auch fachfremde Ärzte oder gar "Beauty-Instituts-Ketten" diesen Eingriff zum Discounter-Preis an.

Die Realität: Das ist wohl der gefährlichste Mythos. Die Lidhaut ist die dünnste Haut des Körpers, und direkt darunter liegen komplexe Strukturen: der Augenringmuskel (Musculus orbicularis oculi), feine Nerven, das Septum (eine Bindegewebsschicht) und die Fettkörper, die das Auge polstern. Und ja, einige Millimeter tiefer liegt das Sehorgan selbst.

Eine Oberlidstraffung ist Mikrochirurgie!

  • Wird zu viel Haut entfernt, kann das Auge nicht mehr schließen (Lagophthalmus). Das führt zu trockenen Augen und Hornhautschäden.
  • Wird der Muskel verletzt, kann die Mimik leiden.
  • Wird das Fettgewebe falsch behandelt, entstehen Dellen oder ein hohles Auge.

Deshalb gehört dieser Eingriff in die Hände eines erfahrenen Facharztes für Plastische und Ästhetische Chirurgie, der die Anatomie des Gesichts im Detail beherrscht. Bei mir in der Praxis findet vor jedem Schnitt eine detaillierte Analyse und Vermessung statt. Wir überlassen nichts dem Zufall. Liegt eine Gesichtsfeldeinschränkung vor, kann zusätzlich ein Augenarzt aufgesucht werden.

Mythos 3: "Jeder wird die Narben sehen."

Patienten stellen sich oft vor, dass eine weiße oder rote Linie quer über das Auge verläuft, die sie für immer als "operiert" entlarvt.

Die Realität: Hier kann ich Sie wirklich beruhigen. Von allen Stellen am menschlichen Körper heilt die Haut am Augenlid am besten.

Warum ist das so?

  1. Die Position: Ich lege den Schnitt exakt in Ihre natürliche Umschlagfalte. Das bedeutet: Wenn Sie die Augen geöffnet haben (also in 90% Ihrer wachen Zeit), ist die Narbe physikalisch unsichtbar, da sie in der Falte verschwindet und nur am Anfang ganz seitlich in den natürlichen Falten zu entdecken ist
  2. Die Heilung: Die Durchblutung am Lid ist exzellent. Das sorgt für eine schnelle und meist komplikationslose Wundheilung.
  3. Die Technik: Ich verwende extrem feines Nahtmaterial, dünner als ein Haar, und setze die Naht unter Lupenvergrößerung.
Dr. med. von Gregory

Dr. med. Henning von Gregory:

Schon wenige Wochen nach der Oberlidstraffung ist die Narbe meist nur noch als feiner Strich zu erahnen. Nach einigen Monaten müssen selbst wir oft sehr genau hinsehen, um den Schnittverlauf noch zu finden. 'Unschöne Narben' sind in meiner Praxis kein Thema, vor dem Sie Angst haben müssen.

Ein Zusatz-Mythos: "Dann sind auch die Krähenfüße weg."

Um die Erwartungen realistisch zu halten, möchte ich noch kurz einen vierten Punkt ansprechen. Viele Patienten glauben, dass mit der Straffung des Oberlids auch die Lachfältchen seitlich der Augen (Krähenfüße) komplett verschwinden.

Das ist technisch nicht korrekt. Die Oberlidstraffung kümmert sich um das Schlupflid (den Hautüberschuss auf dem Deckel). Oft endet die Schnittführung tatsächlich in den sogenannten Krähenfüßen, welche reduziert, aber nicht komplett eliminiert werden. Die Lachfalten entstehen auch durch die Aktivität des Ringmuskels beim Lachen. Diese lassen sich jedoch wunderbar ergänzend behandeln – etwa mit einer sanften Dosierung von Botulinum/Faltenbehandlung. Sprechen Sie mich gerne darauf an, wenn Sie ein ganzheitliches Ergebnis wünschen. 

Zusammenfassende Empfehlung: Wissen schafft Sicherheit

Mythen entstehen dort, wo Wissen fehlt. Ich hoffe, ich konnte Ihnen verdeutlichen, dass die Oberlidstraffung kein Eingriff ist, der Ihre Identität raubt oder entstellende Narben hinterlässt – vorausgesetzt, er wird mit Expertise und Respekt vor der Anatomie durchgeführt. Wichtig zu ergänzen ist: die Oberlidplastik ist ein operativer Eingriff und birgt wie jede andere Operation Risiken, die jedoch sehr selten sind.

Lassen Sie sich nicht von irgendwelchen Geschichten in den sozialen Medien oder im Internet verunsichern. Vertrauen Sie auf das persönliche Gespräch mit einem Spezialisten. Seien Sie nicht enttäuscht, wenn ich Ihnen von einem Eingriff abraten sollte.

In meiner Praxis nehme ich mir Zeit für ein ausführliches Gespräch und um Ihre Augen und Augenlider genau zu analysieren. Wir sprechen darüber, was möglich ist, was sinnvoll ist – und was ein Mythos bleibt.

Mein Team und ich freuen uns darauf, Sie persönlich kennenzulernen.

Ihr Dr. med. Henning von Gregory

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