Endlich entspannt: Die Behandlung von Bruxismus mit Muskelrelaxanzien – Ablauf & Wirkung

Zähneknirschen (Bruxismus) und Zähnepressen ist für viele Betroffene eine nächtliche Schwerstarbeit, die den Tag überschattet. Wer morgens mit verspanntem Nacken, Kopfschmerzen oder schmerzenden Kiefergelenken aufwacht, hat oft schon vieles versucht. Die klassische Aufbiss-Schiene des Zahnarztes oder Kieferorthopäden ist dabei der erste, wichtige Schritt. Sie schützt den Zahnschmelz vor dem "Abschmirgeln".

PatientInnen, die meine Berliner Praxis aufsuchen, erzählen mir: "Die Schiene schützt meine Zähne, aber das Pressen hört nicht auf." Das ist verständlich, denn die Schiene ist wie ein Puffer, sie stellt jedoch den "Motor" – den überaktiven Kaumuskel – nicht ab.

Hier setzt die moderne Medizin an. Mit dem gezielten Einsatz von Botulinum (einem bewährten Muskelrelaxans) können wir die Ursache der Verspannung direkt an der Wurzel behandeln.

Viele Patienten haben Respekt vor Injektionen im Gesicht. In diesem Artikel möchte ich Sie Schritt für Schritt durch die Behandlung führen und Ihnen zeigen, wie unkompliziert und befreiend dieser kurze Eingriff sein kann. Dennoch sollten Sie zusätzlich zur Botulinum-Behandlung und Aufbiss-Schiene auch versuchen, die Ursachen für das Zähneknirschen oder Zähnepressen herauszufinden.

Das Prinzip: Wie wir den "Motor" drosseln

Um die Behandlung zu verstehen, müssen wir uns kurz den Hauptakteur ansehen: den Musculus masseter. Er ist einer der stärksten Muskeln im menschlichen Körper. Bei Bruxismus-Patienten ist dieser Muskel wie ein Bodybuilder, der permanent unter Strom steht – auch im Schlaf.

Die Behandlung zielt nicht darauf ab, den Muskel "lahmzulegen". Sie müssen keine Sorge haben: Ihre Kaufunktion bleibt vollständig erhalten. Sie können weiterhin Äpfel essen, kauen und sprechen wie gewohnt. Das Ziel der Injektion mit dem Muskelrelaxans ist es lediglich, die Spitzenkraft zu nehmen. Wir drosseln den Motor quasi vom roten Drehzahlbereich in den normalen Leerlauf zurück. Das Medikament blockiert vorübergehend die Signalübertragung der Nerven auf den Muskel.

Dr. med. Henning von Gregory:

„Stellen Sie sich vor, wir nehmen Ihrem Kiefermuskel den Stress. Er darf weiterarbeiten, aber er hört auf zu verkrampfen. Für viele Patienten ist das der erste Moment seit Jahren, in dem sich das Gesicht wirklich entspannt anfühlt.“

 

Der Ablauf: In 30 Minuten zur Entspannung

Die Behandlung selbst geht schnell und Sie sind danach sofort wieder gesellschaftsfähig. Die Sorgfalt steht trotz allem an erster Stelle vor der Schnelligkeit. Das ist die Vorgehensweise:

Schritt 1: Die Analyse und das "Mapping"

Bevor wir zur Spritze greifen, untersuche ich Ihr Gesicht und Ihren Kiefer genau. Ich bitte Sie, die Zähne fest zusammenzubeißen. So kann ich ertasten, wie stark der Masseter ausgeprägt ist und wo genau die Muskelstränge verlaufen. Dies ist entscheidend, da wir den Wirkstoff exakt in den Muskelbauch injizieren müssen und nicht in umliegende Strukturen (wie die Speicheldrüse oder Lachmuskeln). Als Gesichtschirurg kenne ich diese Anatomie im Detail.

Schritt 2: Die Desinfektion und Kühlung

Die Haut im Wangenbereich wird gründlich gereinigt und desinfiziert. Auf Wunsch kühlen wir die Areale kurz, was die ohnehin geringe Empfindlichkeit weiter herabsetzt.

Schritt 3: Die Injektion

Mit einer extrem feinen Nadel injiziere ich das Muskelrelaxans direkt in den Kaumuskel. Pro Seite sind das meist 5 bis 7 kleinste Einstiche. Die meisten Patienten sind überrascht, wie unspektakulär das ist. Es ist vergleichbar mit einem kleinen Mückenstich oder einem kurzen Druckgefühl. Ein echter Schmerz entsteht dabei kaum.

Schritt 4: Nachsorge

Unmittelbar nach der Behandlung kühlen wir noch einmal kurz. Sie können die Praxis sofort verlassen, zur Arbeit gehen, wobei wir empfehlen, zwei Tage nach der Behandlung auf extreme körperliche Anstrengung mit Sport und Sauna zu verzichten, damit das Medikament sich am Wirkort optimal verteilen kann). Man sieht Ihnen nichts an – keine Verbände, selten Rötungen. Kleine blaue Fleckchen (Hämatome) sind möglich, aber sehr selten und leicht zu überschminken.

Wann tritt die Wirkung ein? (Geduld ist gefragt)

Im Gegensatz zu Fillern (Hyaluron), bei denen man das Ergebnis sofort sieht, braucht Botulinum Zeit. Es ist ein biologischer Prozess.

  1. Die erste Woche: In den ersten Tagen merken Sie meist noch nichts.
  2. Tag 14 bis 21: Nun beginnt die Entspannung. Patienten berichten oft, dass sie morgens "leichter" aufwachen. Der Kiefer fühlt sich weicher an. Die Kopfschmerzen lassen nach.
  3. Nach mehrfachen Behandlungen kann auch ein ästhetischer Effekt eintreten: Da der Muskel nun weniger "trainiert" wird, beginnt er langsam, an Volumen zu verlieren (Atrophie). Hier setzt das sogenannte Facial Slimming ein. Das Gesicht wirkt im unteren Drittel schmaler, die V-Form kehrt zurück.

Facial Slimming: Wenn Medizin schön macht

Dieser ästhetische Nebeneffekt ist für meine Patienten ein willkommener Bonus sein. Durch das nächtliche "Training" haben viele Knirscher sehr breite, kantige Kieferwinkel entwickelt. Das Gesicht wirkt oft massiv oder viereckig.

Indem wir den Muskel durch die Wirkstoff-Injektion geringer aktiv sein lassen, wird er wieder schlanker. Das Gesicht wirkt weicher und jugendlicher. Es ist wichtig zu verstehen: Wir verändern nicht den Knochen, sondern reduzieren nur das Muskelvolumen auf ein normales Maß.

Dr. med. Henning von Gregory:

„Schmerzpatienten freuen sich über das schmalere Gesicht. Bei dieser Behandlung können Gesundheit und Ästhetik Hand in Hand gehen.“

Wie lange hält das Ergebnis?

Da es sich um ein Medikament handelt, das vom Körper natürlich abgebaut wird, ist die Wirkung nicht permanent.

  • Die erste Behandlung hält in der Regel etwa 3 bis 4 Monate.
  • Wenn wir die Behandlung regelmäßig wiederholen (bevor der Muskel wieder seine volle Kraft aufgebaut hat), verlängern sich die Intervalle oft auf 5- 6 Monate.

Der Muskel "verlernt" mit der Zeit das extreme Pressen. Bei manchen Patienten reicht nach einer intensiven Anfangsphase eine Behandlung einmal im Jahr aus, um den entspannten Zustand zu erhalten.

Gibt es Risiken?

In den Händen eines erfahrenen Facharztes ist die Behandlung des Masseters mit Muskelrelaxanzien extrem sicher und komplikationsarm. Theoretisch könnte es bei falscher Injektionstechnik zu einer Beeinträchtigung des Lächelns kommen (wenn der falsche Muskel getroffen wird). Genau deshalb ist es so wichtig, nicht zum "Discounter" zu gehen, sondern zu einem Spezialisten, der sich seit vielen Jahren täglich mit der Gesichtsanatomie und Operationen im Gesicht befasst und genau weiß, wo die Nadel sitzen muss.

In unserer Berliner Privatpraxis für plastische und ästhetische Chirurgie verwenden wir ausschließlich hochwertige, zugelassene Markenpräparate und dokumentieren jede Behandlung exakt.

Ein kleiner Pieks für große Erleichterung

Die Behandlung von Bruxismus mit Injektionen ist kein Lifestyle-Eingriff. Sie ist eine therapeutische Maßnahme, die Lebensqualität zurückgibt. Wenn der Druck und Schmerz im Kiefer nachlassen, entspannt sich oft der ganze Mensch. Zähne und Zahnfleisch werden entlastet.

Leiden Sie unter den Folgen des Zähneknirschens oder stört Sie Ihr durch die Kaumuskulatur verbreitertes Gesicht? Lassen Sie uns herausfinden, ob diese Methode für Sie geeignet ist. Dr. von Gregory und sein Team beraten Sie gerne aufrichtig und diskret.

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